Industrie 4.0 – ein Schlagwort schnell erklärt

Was ist Industrie 4.0?

Am 21.10.2014 wurde in den Medien breit vom „IT-Gipfel“ der Bundesregierung (Federführung beim BMWi) berichtet, der unter anderem der „Industrie 4.0“ neuen Schub geben soll. Was bedeutet der Begriff?

In aller Kürze

Unter „Industrie 4.0“ versteht man – in aller Kürze – eine Erneuerung der bisher bekannten Paradigmen industrieller Fertigung und Fließbandproduktion durch den breiten Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnik.

Hintergrund

Industrie 4.0

Deutschland ist in Europa ein Fertigungsstandort mit besonders hoher technischer und maschinenbaulicher Kompetenz. Gleichzeitig bewirken die hohen Lohnkosten, dass konkurrenzfähige Gestehungskosten nur duch einen hohen Automatisierungsgrad und hohe Stückzahlen bei entsprechend geringer Variabilität zu erreichen sind. Durch einen durchgängigen Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik in einem hochgradig integrierten Produktionsprozess bietet sich -jedenfalls theoretisch- die Möglichkeit, eine starke Individualisierung ohne größere Vorlaufzeiten zu erreichen, so dass auch kleinste Stückzahlen oder sogar Einzelerzeugnisse noch während der Produktion an den Kundenwunsch anpassen lassen: das sind Erzeugnisse der „Industrie 4.0“.

Die Herausforderung

Integration unterschiedlicher technischer Prozesse und Kompetenzen bedeutet aber immer auch, dass die zu bearbeitende Problemdomäne entsprechend vergrößert und damit die Komplexität jeder Aufgabenstellung massiv wächst. Ein Beispiel: „Echtzeit“-Kommunikation zwischen weltweit verteilten Produktionsmaschinen von Herstellern und deren Zulieferern über das Internet kann außergewöhnliche Flexibilität im Gesamtprodukt ermöglichen. Aber: Betrachtet man allein die Herausforderung, eine abhör- und manipulationssichere Verbindung mit geringen zeitlichen Verzögerungen langfristig zuverlässig aufrechtzuerhalten, zeigt die außerordentliche Komplexität der „Industrie 4.0“.

Damit die hier erforderlichen Innovationen gelingen, müssen die Kompetenzen aus Informations- und Elektrotechnik sowie des insbesondere des Maschinenbaus zusammengebracht werden. Teams aus unterschiedlichen Disziplinen, in Deutschland traditionell noch mit teilweise weit auseinanderliegenden Kompetenzen ausgestattet, müssen gemeinsam innovative Lösungen mit einem starken Informationstechnik- und Software-Anteil erarbeiten.

Der Weg dorthin

Ein erster Schritt dazu ist es, Zusammenarbeit überhaupt erst einmal zu ermöglichen: Wissen und Fähigkeiten zur Entwicklung von technischen Systemen mit hohem Software-Anteil muss bereitgestellt werden.

Mit unseren Beratungsleistungen zur Integration heterogener Entwicklungsteams sowie zur Softwaretechnik und agilen Entwicklungsprozessen für die Anforderungen moderner Softwaresysteme können wir hier einen kleinen Beitrag für das Projekt „Industrie 4.0“ leisten.